Wie wird der Winter 2014/2015?

Winteridyll am See

Winteridyll am See

Immer wieder bekomme ich E-Mails mit der Frage, wie wird eigentlich der nächste Winter?

Ob Forscher, Profi- oder Hobbymeteorologe, alle werden zu Recht mit der Schulter zucken und sagen: „es gibt keine verlässliche und seriöse Prognose über einen so langen Zeitraum“.

Trotzdem ist es immer wieder spannend, in die Zukunft zu schauen. Es gibt tatsächlich gewisse Anhaltspunkte, die den kommenden Winter charakterisieren können.

Erfahrung und Statistik

Im Ablauf der Jahreszeiten gibt es Wetterlagen, die zu bestimmten Zeiten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten, die sogenannten Wettersingularitäten.

Nach dem Altweibersommer im September gibt es im Oktober meist einen ersten Kälteeinbruch mit Schnee in den Bergen, manchmal auch mit Schnee bis ganz runter. Ein zu heftiger Wintereinbruch schon im Oktober erweckt den Verdacht, dass der Winter zahnlos wird, d.h. der Rest des Winters wird eher mild und schneearm. Kalte und schneereiche Winter kündigen sich meist lautlos und unspektakulär an.

Im November gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine längere Phase mit Hochdruckwetter. Da die Sonne aber nicht mehr die Kraft hat und auch die Nächte schon recht lang sind, kommt es meist zur Ausbildung einer Inversionsschicht, d.h. im Flachland Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt, auf den Bergen Sonne und Temperaturen über 10 °C.

Ende November/Anfang Dezember folgt der Frühwinter. Nach einer eventuell stürmischen Phase gelangt polare Kaltluft nach Deutschland, auch in den Niederungen gibt es den ersten Schnee, wenn auch meistens noch nicht nachhaltig. Die Zeit vor Weihnachten ist oft wieder ruhig, d.h. auf den Weihnachtsmärkten wird häufig im Inversionsnebel Glühwein getrunken.

Zu Weihnachten schlägt dann oft das Weihnachtstauwetter zu. Warmluft aus Südwesten lässt die Schneedecke bis in die höheren Lagen schmelzen. Zu Silvester und Jahresbeginn ist der Spuk vorüber und der Winter kehrt zu zumindest ins Bergland zurück.

Im Januar trifft man wiederum oft auf Hochdruckwetter mit Inversionen (oben warm, unten kalt), der Winter hat sich gefestigt, die Nächte sind kurz, es gibt auch tagsüber in den Niederungen Frost. Es gibt jedoch auch sehr milde Winter, die sich gerade durch einen warmen Januar und Februar auszeichnen. Meist sind diese Winter zonal durch starke Westwinde geprägt. In diesen Wintern treten häufig Stürme auf, z.B. in den 90ern (Sturmserie Vivian und Wiebke) und im Januar 2007, als Orkan Kyrill über Europa fegte.

Im März kann der Spätwinter äußerst unterschiedlich sein. Es kann noch viel Schnee bis in die Niederungen fallen. So wie im Winter 2006, als Anfang März in Süddeutschland auch in den Niederungen 30 bis 40 cm Schnee fielen. Ein milder Februar kann in einem kalten März enden. Wenn der Januar und der Februar kalt waren, gibt es Mitte März oft einen stetigen Übergang in einen warmen Frühling.

Computermodelle

Einige Computermodelle haben sich der langfristigen Prognose angenommen, z.B. das „NCEP Climate Forecast System“ der NOAA aus den USA.

Dieses Modell berechnet grob mögliche monatliche Temperaturanomalien und verspricht uns einen – wenn man die Temperaturen betrachtet – eher durchschnittlichen bis leicht zu warmen Winter 2014/2015 mit Tendenz zum kälteren Ende. November 2014 und Dezember 2014 werden demnach leicht zu mild ausfallen, von Januar 2015 bis März 2015 wird der Winter durchschnittlich mild bzw. kalt, wobei in Skandinavien demnach die Monate Januar 2015 bis März 2015 zu kalt ausfallen, was auch für unser Winterwetter eventuell nicht folgenlos bleiben könnte.


 
Eine aktuelle Wettervorhersage für Ihren Ort in Deutschland mit Berechnung der Schneefallgrenze im Winter finden Sie auf: www.blick-aufs-wetter.de

 

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  5 Kommentare für “Wie wird der Winter 2014/2015?

  1. Peter
    22. Oktober 2014 at 16:13

    Klimawandel?Überlegt doch alle mal,wie die Erde sich von Anbeginn,verändert hat.
    Deutschland war einmal vom Wasser überflutet,die Kontinente sich verschoben.Da wo einst Palmem standen,ist heute Eis.
    Der Mensch beschleunigt nur diesen Vorgang,aber daran ändern,kann er nichts.In spätestens 50-100 Jahren,sind viele Teile wieder unter Wasser verschwunden.So auch große Teile Deutschlands.

  2. Wetterprophet
    17. September 2014 at 19:50

    Der nächste Winter wird ein kalter und im Flachland wird viel Schnee fallen, irgendwann muss sich die Natur ja ausgleichen, ihr werdet sehen!!!

    • sonnenschirmi
      1. Oktober 2014 at 10:45

      Welche “Natur”? Die muss gar nichts ausgleichen, was der Mensch verbockt/aus dem Gleichgewicht gebracht hat! Immerhin hat den Klimawandel -die Folgen sind ja im Wetter bereits jetzt schon deutlich zu spüren- nicht die “Natur” (wer soll das eigentlich sein?) zu verantworten…

      • paul
        19. Oktober 2014 at 17:36

        Bitte, nicht schon wieder das Märchen vom angeblichen Klimawandel, bitte nicht!

        • Marie
          21. Oktober 2014 at 14:14

          Das ist leider kein Märchen!

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