Wie wird der Winter 2013/2014?

Winteridyll am See

Winteridyll am See

Immer wieder bekomme ich E-Mails mit der Frage, wie wird eigentlich der nächste Winter?

Ob Forscher, Profi- oder Hobbymeteorologe, alle werden zu Recht mit der Schulter zucken und sagen: „es gibt keine verlässliche und seriöse Prognose über einen so langen Zeitraum“.

Trotzdem ist es immer wieder spannend, in die Zukunft zu schauen. Es gibt tatsächlich gewisse Anhaltspunkte, die den kommenden Winter charakterisieren können.

Erfahrung und Statistik

Im Ablauf der Jahreszeiten gibt es Wetterlagen, die zu bestimmten Zeiten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten, die sogenannten Wettersingularitäten.

Nach dem Altweibersommer im September gibt es im Oktober meist einen ersten Kälteeinbruch mit Schnee in den Bergen, manchmal auch mit Schnee bis ganz runter. Ein zu heftiger Wintereinbruch schon im Oktober erweckt den Verdacht, dass der Winter zahnlos wird, d.h. der Rest des Winters wird eher mild und schneearm. Kalte und schneereiche Winter kündigen sich meist lautlos und unspektakulär an.

Im November gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine längere Phase mit Hochdruckwetter. Da die Sonne aber nicht mehr die Kraft hat und auch die Nächte schon recht lang sind, kommt es meist zur Ausbildung einer Inversionsschicht, d.h. im Flachland Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt, auf den Bergen Sonne und Temperaturen über 10 °C.

Ende November/Anfang Dezember folgt der Frühwinter. Nach einer eventuell stürmischen Phase gelangt polare Kaltluft nach Deutschland, auch in den Niederungen gibt es den ersten Schnee, wenn auch meistens noch nicht nachhaltig. Die Zeit vor Weihnachten ist oft wieder ruhig, d.h. auf den Weihnachtsmärkten wird häufig  im Inversionsnebel Glühwein getrunken.

Zu Weihnachten schlägt dann oft das Weihnachtstauwetter zu. Warmluft aus Südwesten lässt die Schneedecke bis in die höheren Lagen schmelzen. Zu Silvester und Jahresbeginn ist der Spuk vorüber und der Winter kehrt zu zumindest ins Bergland zurück.

Im Januar trifft man wiederum oft auf Hochdruckwetter mit Inversionen (oben warm, unten kalt), der Winter hat sich gefestigt, die Nächte sind kurz, es gibt auch tagsüber in den Niederungen Frost. Es gibt jedoch auch sehr milde Winter, die sich gerade durch einen warmen Januar und Februar auszeichnen. Meist sind diese Winter zonal durch starke Westwinde geprägt. In diesen Wintern treten häufig Stürme auf, z.B. in den 90ern (Sturmserie Vivian und Wiebke), und im Januar 2007, als Orkan Kyrill über Europa fegte.

Im März kann der Spätwinter äußerst unterschiedlich sein. Es kann noch viel Schnee bis in die Niederungen fallen. So wie im Winter 2006, als Anfang März in Süddeutschland auch in den Niederungen 30 bis 40 cm Schnee fielen. Ein milder Februar kann in einem kalten März enden. Wenn der Januar und der Februar kalt waren, gibt es Mitte März oft einen stetigen Übergang in einen warmen Frühling.

Computermodelle

Prognose Februar 2014Einige Computermodelle haben sich der langfristigen Prognose angenommen, z.B. das „NCEP Climate Forecast System“ der NOAA aus den USA.

Dieses Modell berechnet grob mögliche monatliche Anomalien und verspricht uns insgesamt einen durchschnittlichen Winter 2013/2014. Im Februar 2014 jedoch, da soll es sehr mild werden, bis zu 2 Grad wärmer als im Durchschnitt.

Dann schauen wir doch mal…

Eine aktuelle Wettervorhersage für Ihren Ort in Deutschland mit Berechnung der  Schneefallgrenze im Winter finden Sie auf:
wetter.rumkucken.de

 

  8 comments for “Wie wird der Winter 2013/2014?

  1. christina
    4. Januar 2014 at 21:43

    Naa also mild ist es ja schon :D wir Tierpfleger haben im westen weihnachten teilweise im t.shirt draußen verbracht :p außerdem verliert mein Hund sein gesamtes Winterfell :D

    • 4. Januar 2014 at 22:07

      Und es bleibt noch weiter mild, am Montag (06. Januar) strömt wieder sehr milde Luft aus Südwesten nach Deutschland, ein strenger Flachlandwinter ist noch nicht in Sicht.

  2. 3. Januar 2014 at 05:51

    Bisher ja gut geschätzt ;)

  3. Winterfreund
    30. Oktober 2013 at 22:52

    Bisher ist ja noch nichts zu spüren von dem Hammerwinter, den einige wiedermal haben kommen sehen, der Oktober war zu warm und im November bleibt es auch erst mal mild, wann kommt er denn, der Winter? Warten wir bis Januar? Oder fällt er dieses Jahr aus…

    • 30. Oktober 2013 at 22:54

      @Winterfreund – noch kein richtiger Winter in Sicht… aber es ist ja erst Ende Oktober:)

  4. Matthias aus Oberfranken
    7. Oktober 2013 at 18:19

    Der erste Kaltlufteinbruch mit Schnee ist im Anmarsch, 1974 war das auch so, ich glaube, es wird ein Kaltwinter, kann man dazu etwas genaueres sagen?

    • 11. Oktober 2013 at 12:13

      Wie schon gesagt, das kann man schwer sagen, ich sehe aber eher einen Trend zu einem normalen bis milden Winter…

  5. Wetterfrosch Hessen
    29. September 2013 at 13:17

    Ist eh alles nur Spekulatius, aber ich glaube der nächste Winter wird ein kalter werden…

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