Wie wird der Winter 2014/2015?

Winteridyll am See

Winteridyll am See

Immer wieder bekomme ich E-Mails mit der Frage, wie wird eigentlich der nächste Winter?

Ob Forscher, Profi- oder Hobbymeteorologe, alle werden zu Recht mit der Schulter zucken und sagen: „es gibt keine verlässliche und seriöse Prognose über einen so langen Zeitraum“.

Trotzdem ist es immer wieder spannend, in die Zukunft zu schauen. Es gibt tatsächlich gewisse Anhaltspunkte, die den kommenden Winter charakterisieren können.

Computermodelle

Einige Computermodelle haben sich der langfristigen Prognose angenommen, z.B. das NCEP Climate Forecast System (CFSv2) der NOAA aus den USA. Dieses Modell berechnet grob mögliche monatliche Anomalien der Temperatur und des Niederschlags für die nächsten 6 Monate – bezogen auf die durchschnittlichen Klimawerte  von 1999 bis 2010.

+++ Update 25.11.2014 +++
Aktuell soll der Dezember 2014 in Deutschland leicht zu mild und zu feucht werden, was jedoch auch einen winterlichen Abschnitt nicht ausschließt. Auch in Skandinavien soll der Dezember zu mild werden.

Januar 2015, Februar 2015 und März 2015 verlaufen dieser Prognose gemäß eher durchschnittlich, was die Temperaturen betrifft, wobei der März 2015 im Süden von Deutschland und in Skandinavien zu kalt werden könnte. Der Januar 2015 wird etwas zu feucht, vor allem im Süden, die Schneeoptionen sind also offen.

Im Frühlingsmonat April 2015 würde es dann in ganz Deutschland zu kühl werden, was aber zu diesem Zeitpunkt noch sehr Kaffeesatzleserei ist.

Diese Prognosen sind recht grobmaschig, einzelne Wetterlagen können durchaus extremere Werte mit sich bringen, die sich dann im Durchschnitt wieder ausgleichen.

Es gibt derzeit keine deutlichen Anzeichen, die erneut auf einen sehr milden Winter hindeuten. Der Winter 2014/2015 könnte doch etwas “normaler” werden, als der vorherige sehr milde Winter.

CFSv2 Europa Prognose der letzten 10 Tage

>> Abweichung Temperatur
>> Abweichung Niederschlag


Erfahrung und Statistik

Im Ablauf der Jahreszeiten gibt es Wetterlagen, die zu bestimmten Zeiten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten, die sogenannten Wettersingularitäten.

Nach dem Altweibersommer im September gibt es im Oktober meist einen ersten Kälteeinbruch mit Schnee in den Bergen, manchmal auch mit Schnee bis ganz runter. Ein zu heftiger Wintereinbruch schon im Oktober erweckt den Verdacht, dass der Winter zahnlos wird, d.h. der Rest des Winters wird eher mild und schneearm. Kalte und schneereiche Winter kündigen sich meist lautlos und unspektakulär an.

Im November gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine längere Phase mit Hochdruckwetter. Da die Sonne aber nicht mehr die Kraft hat und auch die Nächte schon recht lang sind, kommt es meist zur Ausbildung einer Inversionsschicht, d.h. im Flachland Nebel und Temperaturen um den Gefrierpunkt, auf den Bergen Sonne und Temperaturen über 10 °C.

Ende November/Anfang Dezember folgt der Frühwinter. Nach einer eventuell stürmischen Phase gelangt polare Kaltluft nach Deutschland, auch in den Niederungen gibt es den ersten Schnee, wenn auch meistens noch nicht nachhaltig. Die Zeit vor Weihnachten ist oft wieder ruhig, d.h. auf den Weihnachtsmärkten wird häufig im Inversionsnebel Glühwein getrunken.

Zu Weihnachten schlägt dann oft das Weihnachtstauwetter zu. Warmluft aus Südwesten lässt die Schneedecke bis in die höheren Lagen schmelzen. Zu Silvester und Jahresbeginn ist der Spuk vorüber und der Winter kehrt zumindest ins Bergland zurück.

Im Januar trifft man wiederum oft auf Hochdruckwetter mit Inversionen (oben warm, unten kalt), der Winter hat sich gefestigt, die Nächte sind kurz, es gibt auch tagsüber in den Niederungen Frost. Es gibt jedoch auch sehr milde Winter, die sich gerade durch einen warmen Januar und Februar auszeichnen. Meist sind diese Winter zonal durch starke Westwinde geprägt. In diesen Wintern treten häufig Stürme auf, z.B. in den 90ern (Sturmserie Vivian und Wiebke) und im Januar 2007, als Orkan Kyrill über Europa fegte.

Im März kann der Spätwinter äußerst unterschiedlich sein. Es kann noch viel Schnee bis in die Niederungen fallen. So wie im Winter 2006, als Anfang März in Süddeutschland auch in den Niederungen 30 bis 40 cm Schnee fielen. Ein milder Februar kann in einem kalten März enden. Wenn der Januar und der Februar kalt waren, gibt es Mitte März oft einen stetigen Übergang in einen warmen Frühling.

Eine aktuelle Wettervorhersage für Ihren Ort in Deutschland mit Berechnung der Schneefallgrenze im Winter finden Sie auf: www.blick-aufs-wetter.de

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen, dann benutzen Sie gerne die Kommentarfunktion weiter unten.

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  12 Kommentare für “Wie wird der Winter 2014/2015?

  1. ralf
    17. November 2014 at 12:17

    ich habe kürzlich im tv eine reportage von einen russischen forscher gesehen.der sagte das wetter wird nur 3% von den menschen beeiflusst. er meinte 1) die sonne 2:) die meere beinflussen seit viel 1000.jahre unser klima. dieses konnte er anhand von vielen forschungen plausiebel darlegen. viele klima forscher die parnik verbreiten,müssen das ja sagen,sonst wären sie ja ohne job. fazit der winter wird so wie die natur,es will. lg.ralf klein

  2. 13. November 2014 at 14:18

    Ja, die Menschheit hat viel zum Klimawandel beigetragen.

    • ruge
      23. November 2014 at 21:52

      GERADE EBEN NICHT! SONNE, VULKANAUSBRÜCHE IM RIESIGEN MEER und vieles andere verändert das Klima. Das kann der Winzling Mensch nicht beeinflussen. Bleib COOL.

      • Susanne
        25. November 2014 at 18:01

        Es könnte auch sein, daß über dem Nordpol entstehende Wolken (die sich durch Verdunstung des Schmelzwassers aus extrem schnell abschmelzendem Polareis entwickeln ) das Klima beeinflussen. Es ist noch nicht klar, ob das zu einer Abkühlung oder einer zunehmenden Erwärmung führt. Forschergruppen in Deutschland und den USA setzen sich mit diesem neu entstandenen Phänomen auseinander.

  3. Thomas Adermann
    1. November 2014 at 23:51

    Wir Menschen haben uns die Erde so sehr zu eigen gemacht das wir es heute nicht mehr verstehen. Der Rythmus der Jahreszeiten ist so arg durcheinander gekommen das es tragisch ist.

    • Anonymous
      13. November 2014 at 14:14

      Ja, genau das ist es.

  4. Peter
    22. Oktober 2014 at 16:13

    Klimawandel?Überlegt doch alle mal,wie die Erde sich von Anbeginn,verändert hat.
    Deutschland war einmal vom Wasser überflutet,die Kontinente sich verschoben.Da wo einst Palmem standen,ist heute Eis.
    Der Mensch beschleunigt nur diesen Vorgang,aber daran ändern,kann er nichts.In spätestens 50-100 Jahren,sind viele Teile wieder unter Wasser verschwunden.So auch große Teile Deutschlands.

  5. Wetterprophet
    17. September 2014 at 19:50

    Der nächste Winter wird ein kalter und im Flachland wird viel Schnee fallen, irgendwann muss sich die Natur ja ausgleichen, ihr werdet sehen!!!

    • sonnenschirmi
      1. Oktober 2014 at 10:45

      Welche “Natur”? Die muss gar nichts ausgleichen, was der Mensch verbockt/aus dem Gleichgewicht gebracht hat! Immerhin hat den Klimawandel -die Folgen sind ja im Wetter bereits jetzt schon deutlich zu spüren- nicht die “Natur” (wer soll das eigentlich sein?) zu verantworten…

      • paul
        19. Oktober 2014 at 17:36

        Bitte, nicht schon wieder das Märchen vom angeblichen Klimawandel, bitte nicht!

        • Marie
          21. Oktober 2014 at 14:14

          Das ist leider kein Märchen!

          • RUGE
            23. November 2014 at 22:00

            Klimawandel ist ständig. Der Mensch verdreckt, die Natur reinigt. Der Mensch beutet, die Natur holt es sich zurück. Ändern allein kann er nur sich. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst und Du tust gut daran. Gott beschütze Dich.

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